Fragen & Antworten: Was macht Jacken atmungsaktiv?

Atmungsaktivität Material

Auf dem langen Weg zum optimalen Ausgangsmaterial für unsere Jacken und Hosen haben wir viel ausprobiert. Nach nunmehr sechs Jahren und vielen Gesprächen mit Seglern, die unsere Bekleidung auf den Weltmeeren getragen haben, möchten wir gern ein Fazit ziehen.

Welche Funktionsmaterialien kommen in Frage?

Ein brauchbares Material zeichnet sich aus durch Wasserdichtigkeit, Haltbarkeit und vor allem Atmungsaktivität – denn das dient letztendlich dem Wohlempfinden. Dafür sorgen in modernen Jacken sogenannte Funktionsmembranen, von denen es im Wesentlichen drei gibt.

Polyestermembran: Die Günstige

Polyestermembranen sind hydrophil. Das heißt, sie „saugen“ Wassermoleküle auf. Also am besten den Schweiß. Dieser wird dann nach außen transportiert – das Material atmet. Schnell, wenn der Temperaturunterschied von Außenluft und Körperwärme mehr als 15°C beträgt, ansonsten langsam bis eben gar nicht. Aber bei hohen Außentemperaturen schwitzt man ohnehin in jeder Jacke mit Membran.
Polyestermembranen sind preiswert, für den Segelsport aber ungeeignet. Sie eigenen sich zum Wandern in trockenen Gegenden und für den Arbeitsbereich.
Großer Vorteil der Polyestermembranen ist die mögliche Gewinnung aus recycelten Materialien.

PTFE-Membran: Die Unzerstörbare

Das bekannteste Membranmaterial, das sog. PTFE (= Polytetrafluorethylen) oder ePTFE (= expanded PTFE), ist eng mit einem bekannten Hersteller verbunden. Patentiert wurde das Material bereits im Jahre 1969 von W. L. Gore & Associates.
Die Idee war so einfach wie genial: Man entwickelte eine mikroporöse Membran deren „Löcher“ zu klein, sind um Wassertropfen von außen nach innen dringen zu lassen. Wasserdampf hingegen kann von innen nach außen entweichen. Die Atmungsaktivität war erfunden.

Und doch ist nicht alles perfekt: Die Membran zeigt sich sehr anfällig für Schmutzpartikel, die die Poren verstopfen. Auch Waschmittel tun dies. Deshalb entschied man sich, die meisten PTFE Membranen zusätzlich mit einer Schicht aus PU zu veredeln, entweder auf der körperabgewandten oder der körperzugewandten Seite.

Auch heute sind PTFE Membranen noch sehr gefragt, stehen aber zunehmend in der Kritik. Warum? PTFE-Bekleidung ist im Grunde bunter Sondermüll. Der Grundstoff PTFE ist auch als Teflon bekannt, ein Material, das sich weder abbauen noch recyceln lässt. In der zunehmenden Nachhaltigkeitsdebatte ist dies ein ernst zu nehmendes Argument.

Polyurethanmembran: Die Allrounderin

Polyurethanmembranen (PU) findet man bei jedem Hersteller. Auch sie sind hydrophil. Durch eine molekulare Diffusion werden Wassermoleküle vom Körper weg transportiert. Dies funktioniert umso besser, je größer der Feuchtigkeitsunterschied vom Körper zur äußeren Umgebung ist.
Atmungsaktive PU Membranen eignen sich für alle Einsatzgebiete, da sie durch ihre geschlossene Struktur sehr dicht halten, nicht verschmutzen und extrem langlebig sind.

Die beste Funktionsmembran aus unserer Sicht

Wir von DaGallo haben uns für die Arbeit mit PU Membranen entschieden, weil diese für uns den besten Kompromiss aus Performance (Atmungsaktivität und Wasserdichtigkeit) und Umweltverträglichkeit darstellen.

Die von uns verarbeiteten Membranen stammen überwiegend aus Sachsen von der Vowalon GmbH und sind somit nach Deutschen und Europäischen Standards produziert.

by Daniel Becher

Daniel hat DaGallo im Jahr 2005 gegründet. Hier teilt er sein Wissen über Segelbekleidung und erzählt was ihn bewegt und was er mit seinem Unternehmen noch vor hat.